Unser Nervensystem – Ein Tag zwischen Anspannung und Entspannung

Dein Tag beginnt, der Wecker klingelt, ein Blick auf das Handy, der erste Kaffee. Ein weiterer Blick auf die Uhr, auf ins Bad und los zur Arbeit. Die erste Mail, Kunden warten, eine Nachricht auf dem Handy. Der zweite Kaffee, das Frühstück längst vergessen, Bauchschmerzen. Ein Brötchen auf die Hand, weiterarbeiten. Der dritte Kaffee, Feierabend, eine Runde laufen gehen, Schmerzen in der linken Schulter. Ein Abendessen vor dem Fernseher, Instagram, mit Freunden schreiben. Die Gedanken kreisen, ein unruhiger Schlaf und Zähne knirschen. Der Wecker klingelt, Kopfschmerzen, der erste Kaffee und das Hamsterrad beginnt von vorne …

In unserer schnelllebigen Zeit ist es manchmal sehr leicht sich selbst im Alltag zu vergessen. Wir werden durch Handy und Medien abgelenkt, das Angebot an Möglichkeiten im Job und in der Freizeit ist groß und wir hören nicht mehr auf das, was wir wirklich aus tiefstem Herzen machen möchten. Dabei ist es so wichtig, dass wir uns Zeit für uns nehmen, uns entspannen, loslassen und geschehen lassen. 

Die perfekte Mischung aus Anspannung und Entspannung ist für den menschlichen Körper und deine Gesundheit essentiell. Unser vegetatives Nervensystem teilt sich in den aktiveren Sympathikus und den ruhigeren Parasymphatikus. Unsere Organe, Muskeln und Nerven werden von diesen beiden Systemen gesteuert, die auf der einen Seite als Gegenspieler wirken, aber eben auch ergänzend funktionieren und somit eine Regulation unserer Organtätigkeiten ermöglichen. Der Sympathikus versetzt unseren Körper in hohe Leistungsbereitschaft und bereitet ihn auf Angriff und Flucht vor. Zum Beispiel ermöglicht er uns, beim Fußball den Ball ins Tor zu schießen, einen Vortrag zu halten oder den nächsten Bus zu erwischen. Viel Blut wird ins Herz gepumpt, es schlägt schneller, die großen zentralen Muskeln werden mit Sauerstoff versorgt, wir schwitzen, unsere Pupillen werden weit und unser nächster Toilettengang wird zurückgehalten.

Der Parasympathikus hingegen lässt uns zur Ruhe kommen, Herzfrequenz und Atmung werden wieder langsamer und die Verdauung setzt ein. Unser Magen- Darm- System transportiert die Nahrung weiter, kleine Muskeln und Sehnenansätze werden durchblutet, wir werden müde und tanken neue Energie. Wenn wir nun über einen längeren Zeitraum mentalen, beruflichen oder zeitlichen Stress haben, befinden wir uns im Fluchtmodus und der Sympathikus arbeitet mehr als der Parasympathikus. Jetzt sind unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden in Gefahr. Ruhelosigkeit, Abgeschlagenheit, Magenschmerzen und Verdauungsstörungen, verspannte Muskeln oder sogar Entzündungen in Sehnenansätzen (Ellenbogen, Archillissehne) können auftreten.

Das sind Warnsignale unseres Körpers, auf die wir hören und ihnen entgegen wirken können mit Ruhe, gesundem Essen, Yoga, Atemübungen, ein Spaziergang in der Natur, ein Abend mit Freunden oder eine osteopathische Behandlung. In der osteopathischen Behandlung wird dein Nervensystem positiv beeinflusst, Gelenkfehlstellungen behoben und Muskeln entspannt.  Finde deinen persönlichen Weg, um das parasympathisches Nervensystem bewusst zu stimulieren und Kraft zu sammeln für den nächsten Arbeitstag oder das Fußballspiel.

Hier sind meine 5 persönlichen Tipps:

1. Die tiefe Atmung: Stelle Dir einen Timer auf mindestens 3 Minuten, legt die Hand auf die Brust oder den Bauch, lasst Eure Atmung fließen, eine lange Ausatmung ist entscheidend, danach folgt automatisch eine tiefe Einatmung.

2. Wasser trinken, ein Glas Wasser steht immer in deiner Nähe, sobald es leer ist, wieder auffüllen 

3. Kraft und Ausdauertraining nur im ausgeruhten Zustand durchführen, bei Stress lieber Yoga oder ein gutes Buch vorziehen

4. Zeit in der Natur, jeder Baum produziert gute Atemluft, deine Zellen freuen sich und Atemübungen kann man auch im Wald machen

5. Gesunde Ernährung, nehmt zu jeder Mahlzeit Ballaststoffe, Gemüse oder Obst hinzu, der Insulinspiegel bleibt konstant und zu einer guten Pasta schmeckt auch ein grüner Salat

Am Ende musst du deine persönliche Methode finden, wie du dich aus den alltäglichen Komfortzonen zurückholst, vielleicht gibt es sogar ein Hobby aus deiner Kindheit, bei dem du Glücksgefühl und Aktivität vereinen kannst.